Mittwoch, 29. Januar 2014

Das Resumé

Vor genau 322 Tagen bin ich aufgebrochen. Aufgebrochen nach Kanada. Aufgebrochen in ein Abenteuer. Und nun sitze ich am Flughafen in Vancouver und versuche, das ganze Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen, gespickt mit Erkenntnissen und Erfahrungen aus diesem kanadischen Abenteuer. Doch dabei ist die Tatsache, dass ich in Vancouver auf meinen Flieger warte, statt wie ursprünglich geplant in Toronto, so sinnbildlich für das, was mir und wahrscheinlich auch mit mir passiert ist. Während der deutsche Mario, den ihr alle kennt, alles bis ins kleinste Detail im Voraus plant, so war doch das einzig geplante bei meiner Ankunft 12 Tage in Toronto zu bleiben. Spontan ging es dann aber nach 5 Tagen bereits nach Montreal, um in Sahra eine Reisebegleitung für die nächsten Wochen zu finden und so gastierten wir bei Ana, Leon und Daniel auf der Farm, besuchten Ottawa, Toronto und Niagara Falls, wo sich unsere Wege wieder trennten. Bei Patrick und Shelley sowie beim Burger King Team heuerte ich dann in Hörweite der Niagarafälle an und konnte dort mein Englisch merklich verbessern. So lernte ich unter anderem auch, dass man eine Bestellung nicht mit den Worten „ I take a hamburger“ aufgibt, sondern es mit „Can I get a hamburger?“ korrekt formuliert. Mit Eri, Mark, Janina und Tim verbrachte ich lustige Stunden im Hostel, mal über englische Grammatik diskutierend, mal in Highspeed Betten beziehen. In Kanada gibt es meiner Erfahrung nach zwei Jahreszeiten. Den Sommer (so zwischen Mitte Juni und dem ersten Montag im September) und den Rest des Jahres. Während im Sommer das Leben blüht, die Städte lebendig und farbenfroh sind und Touristenattraktionen geöffnet haben, so werden nach dem Labor Day im September die meisten Schotten wieder dicht gemacht. So ist es nicht verwunderlich, dass ich bis September in Niagara Falls arbeiten sollte. Aber es sollte dann doch anders kommen, Verena kam zu einem 11 Wochen Besuch und holte mich vollkommen erschöpft aus meinem Doppeljob in Niagara Falls heraus. Bei Alain und Rémi fanden wir dann für 2 Wochen ein wunderschönes Zuhause in Québec, bevor es dann über Ottawa, Montreal und Quebec City zu Kathy und Brian nach Prince Edward Island ging. Gemüse pflücken und Kartoffeln ausbuddeln standen hier auf dem Arbeitsplan, wunderschöne rote Sandstrände auf dem Freizeitplan. In Halifax kamen schließlich meine Eltern an und es ging auf eine atemberaubende Tour mit dem Wohnmobil und eine tolle Kanutour durch den Algonquin Park. Und dann. Dann war irgendwie wieder alles wie bei meiner Ankunft im März. Ich stand alleine am Flughafen in Toronto. Immerhin hatte ich nun ein Zugticket in die Rocky Mountains und so ging es dann 68 Stunden mit dem Zug 3600km gen Westen. Reisen stand mal wieder auf dem Plan. Ein paar Tage Jasper, ein paar Lake Louise, ein paar in Banff und ein paar mehr Vancouver. Und jeden Tag die selbe Aufgabe. Nämlich sich selbst zu motivieren, sich zu sagen: „Mario, du bist nur paar Tage hier, geh raus schau dir das hier an“. Es mag nicht nachvollziehbar klingen, aber doch ist die Tatsache, dass auch Reisen müde macht, eine der Erfahrungen meines Trips. In Victoria verbrachte ich dann mit Isabel, Marie, Julia und Michèle zwei sehr deutschlastige, aber schöne Wochen beim Klos putzen und Zimmer saubermachen im Hostel, bevor es dann spontan nach Whitehorse ging, wo ich die Nordlichter sehen konnte. Zwei Monate in einem Ski Resort zu leben, jederzeit mit der Möglichkeit auf die Skier zu steigen und ein paar Pisten hinunter zu sausen, ist sicherlich ein perfekter Abschluss für eine abwechslungsreiche Tour in einem so abwechslungsreichen Land. Und so bin ich 322 Tage durch ein Land gereist, in welchem ich niemanden kannte und niemand mich kannte und doch wurde ich überall freundlich aufgenommen, nett gegrüßt oder zu einem Bier eingeladen. Mir, einem Fremden, wurde vertraut und sich für ihn und seine Geschichten interessiert. Etwas, dass ich definitiv, so nicht aus Deutschland kenne. Denn ist es nicht so, dass man sich in Deutschland lieber anschweigt, wenn man an der Kasse wartet oder mit einem Rucksack den Sitz im Bus blockiert, damit sich hoffentlich keiner neben einen setzt? Egal, wo man in Kanada ist, man wird nahezu immer in ein Gespräch verwickelt, manchmal sogar vorsätzlich, wenn ein Kanadier am Skilift auf einen Gesprächspartner für die Fahrt nach oben wartet. Vieles mag davon oberflächlich sein, vieles nicht auf wirklichem Interesse beruhen. Nichtsdestotrotz hat es mir eines gezeigt. Auch mit Fremden kann man sich nett unterhalten, ohne gleich deren negative Absichten hinterfragen zu müssen. Denn weh tut es niemandem. Und so sehe ich Kanada als ein Land des gegenseitigen Vertrauens, des Respekts und der Rücksicht gegenüber dem Mitmenschen und dessen Eigentum und des idealistischen Denkens und Handelns. Vieles davon werde ich in Deutschland vermissen.

Dienstag, 21. Januar 2014

Das Ende naht

Erlebnisse:

5 Tage arbeiten, 2 Tage Ski fahren. So sahen die letzten Wochen hier in Big White aus. Selbstverständlich waren die Skibedingungen an Tagen an denen ich arbeiten musste, exzellent und an meinen freien Tagen teils sehr bescheiden. So ist es nun auch nicht verwunderlich, dass in den letzten Tagen und in den kommenden Tagen wohl keinen Schnee gegeben hat bzw. geben wird, denn immerhin habe ich auf eigenen Wunsch nun eine komplette Woche frei, um die letzten Tage hier in Kanada noch einmal genießen zu können.
Zweimal wird es dann noch zur Arbeit gehen, nämlich an Australia Day, welcher am kommenden Sonntag ist und dem Tag danach, da man an diesen Tagen mit den australischen Kollegen wenig anfangen kann (Australia Day scheint wichtiger zu sein, als alle anderen Feste im Jahr zusammen). Da ich also an meinen letzten beiden Tagen in Big White arbeiten werde, konnte ich auch sehr pragmatisch mit meiner Firma abklären, dass ich hierfür bar bezahlt werde. Ob das klappt, das wird sich dann zeigen. Vor etwa zwei Wochen wurde es dann auf der Arbeit ein wenig ungemütlicher, denn aufgrund von zwei Kritiken auf einer Internetplattform bezüglich des Housekeepings wurden sowohl meine Chefin als auch die Unternehmensleitung von Big White stark unter Druck gesetzt. Dass solche Kritik aufkommt ist, aber nur wenig verwunderlich, wenn ich mir die Arbeitseinstellung des ein oder anderen (oder eher der meisten)Kollegen aus Downunder ansehe. So kommt es dann schon einmal vor, dass in Jacke und mit Rucksack auf dem Rücken, fertig für den Feierabend noch an letzten Türen geklopft wird. „Housekeeping, benötigen sie unseren Service heute?“.  Selbstverständlich lautet die Antwort dann nein. Da sich die Kollegen quasi 50/50 aus Australieren und mir, die in Big White wohnen, sowie Kollegen aus dem nächsten Ort (1 Stunde entfernt) zusammensetzen und das „Big White“-Team quasi zweimal in der Woche alleine ist, wurde mir dann die Ehre zuteil, alleine zu arbeiten, da wir insgesamt 5 Housekeeper sind. Der Spaßfaktor sinkt dabei schon eher ins Negative und so fühle ich mich doch eher bestraft, weil ich offensichtlich gute Arbeit geleistet habe. Wieder eine Lektion gelernt.

Sonntag, 5. Januar 2014

White Christmas

Erlebnisse:

Mit Beginn der Weihnachtsferien wurde es dann auch auf der Arbeit "busy". Und so müssen täglich nun mehrere "Daily Services" (Betten machen, Müll rausbringen, Handtücher wechseln und Utensilien nachfüllen), ein paar Bettwäschewechsel inkl. Bad putzen und ein bis zwei Apartments geputzt werden, was je nach Größe des Apartments bis zu 4 Stunden in Anspruch nehmen kann. Als kleinen Nebeneffekt meiner Housekeeper-Tätigkeit kann ich mir mit meinen Kollegen sämtliche verbleibende Lebensmittel mit nach Hause nehmen. Die Arbeit an sich ist ok, besonders spannend zwar nicht, dafür sind aber dafür ist meine Chefin voll in Ordnung, da sie mir unter anderem für die restlichen Wochen nun erheblich mehr freie Tage eingetragen hat. Auch das Geschäftsführer-Ehepaar ist nett und sehr pragmatisch; und so gab es dann trotz meiner kurzen Beschäftigung eine Pralinenschachtel zu Weihnachten.

Weihnachten an sich war natürlich absolut weiß. Kein Wunder bei kumuliert über 3 m Schnee. Direkt nach der Arbeit ging es dann in den Gottesdienst. Verstanden habe ich jedoch nichts. Nicht weil es auf Englisch war, sondern weil die Anlage einfach nicht laut genug eingestellt war. Im Anschluss daran gab es dann eine Parade durch das Village Centre, wobei es mehr eine Art Werbung für die verschiedenen Restaurants und Aktivitäten am Berg war. Und so folgten Mitarbeiter der Lifte auf Schneemobiltour-Guides, Mitarbeiter des irischen Pubs auf die Feuerwehr und viele andere Gruppen reihten sich zum Graus eines jeden Fastnachtszugmarschall in riesigem Abstands aneinander und zogen das ganze sehr gekünstelt in die Länge. Auf die Parade folgte dann ein Fackelzug der Skilehrer, welche mit der Einfahrt von Santa Claus gekrönt wurde. Abgeschlossen wurden die Feierlichkeiten dann von einem kurzen Feuerwerk. Auf den Christmas Eve/Heiligabend folgte dann die Feierlichkeiten im Christmas Day, wie es üblich in Nordamerika ist. Dies bedeutete, dass wir auf der Arbeit in ziemlich dünner Besetzung antraten, bevor es dann abends im Hostel zum großen Christmas-Dinner kam. Einige Mitarbeiterinnen des Hostels hatten den ganzen Tag über gekocht um rund 60 hungrige Gäste zu versorgen. Auf den Teller kamen dann Garnelen, Truthahn, Ham, Lachs, Kartoffeln, etliches Gemüse und Salate. Alles in allem ein absolut angemessenes Weihnachtsessen.

Den nächsten freien Tag verbrachte ich dann damit, erneut in Kelowna einkaufen zu gehen und mich für meine letzten Wochen auszurüsten. Der Neujahrssekt, den ich mir für Silvester gekauft hatte, liegt leider aber immer noch im Schrank, da ich meinen nächsten freien Tag statt auf der Piste auf dem Klo mit Magen-Darm-Beschwerden verbrachte. Und wie es so sein sollte, war dieser freie Tag der Silvestertag. Dementsprechend lag ich dann den kompletten Silvestertag bis zum nächsten Morgen mit Cola im Bett und versuchte (erfolgreich) fit zu werden, um am Neujahrstag für den 1,5fachen Stundenlohn arbeiten zu können. Nach 2 weiteren Tagen war mein Magen dann auch über den Berg und ich konnte mein "Steak und Kroketten"-Silvesteressen nachholen sowie einmal wieder auf die Bretter steigen und ein paar schöne Fotos bei traumhaftem Wetter machen.

Homecoming:

Mittlerweile steigt nun auch die Vorfreude auf zu Hause. Auf meine Familie, meine Freundin und meine Freunde und alle die mein Büdesheimer Leben bereichern. Aber auch auf Brot, Schnitzel, ein Globus-Fleischkeesbrötchen, Fastnacht, günstiges, gutes Bier, ein großes Bett in einem Zimmer, in dem niemand schnarcht oder seinen Alarm 37 Mal snoozt und auf die kleinen Dinge, wie mehrlagiges Klopapier oder ein schönes Glas Berg Quelle-Mineralwasser.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Der letzte Job

Erlebnisse:

Nach meiner Fahrt mit dem Greyhound in Kelowna angekommen, wurde ich mit einem Shuttle-Bus bis vor die Tür des Hostels gefahren, wo ich für die nächsten 61 Nächte unterkommen sollte. Nachdem ich eingecheckt hatte und meinen Season-Pass abgeholt hatte, ging es dann erstmal darum etwas zu Essen aufzutreiben. Hier im Village, welches 1 Stunde von den nächsten Orten entfernt ist, gibt es einen kleinen Supermarkt, wo man ein paar Lebensmittel bekommt. Mit einer Stange Toast (in Kanada als Brot dargestellt), einer Packung mit 6 Scheiben Bologna, einer Packung Müsli und einem Liter Kakao, war ich dann direkt einmal 20 $ los. Definitiv der bisherige Rekord in Kanada.

Am nächsten Morgen ging es mit einem etwas mulmigen Gefühl auf die Bretter; immerhin war ich etwa 10 Jahre lang kein Ski mehr gefahren und wusste nur theoretisch wie es geht. Dementsprechend ging es die ersten beiden Tage auch erst einmal nur die leichtesten Pisten hinunter bis ich mich dann in größere Höhen mit steileren und längeren Abfahrten wagte. Nachdem ich jetzt etwa 10 Mal gefahren bin, läuft es sehr gut und ich bin ein wenig stolz darauf, dass ich mich bis dato noch kein einziges Mal hingelegt habe (hiermit wäre nun sichergestellt, dass ich beim nächsten Mal stürze). Im Laufe der letzten 2,5 Wochen wurden auch immer mehr Lifte geöffnet, so dass neue Pisten hinzukamen, auch wenn ich es niemals schaffen werde, jede einzelne zu fahren, da es einfach viel zu viele sind. Was ich sehr faszinierend finde ist, wie die Pisten und Lifte miteinander verbunden sind. So war ich heute nach nur einem Lift und anschließender Abfahrt, am Fusse eines Liftes, der 10 Autominuten vom Village entfernt ist und heute zum Glück auch nicht so überfüllt war, wie alle anderen hier im Village. Und so werde ich auch in den kommenden Wochen noch etliche neue Abfahrten ausprobieren können, ohne dass mir langweilig wird.

Nach meinem Einkaufsschock am ersten Abend entschied ich mich dann dazu an meinem dritten Tag das Shuttle für 14$  nach Kelowna zum Canadian Superstore zu nehmen. Zunächst einmal ging es noch in einen Sportladen, wo ich mir einen Helm zulegte, den ich dummerweise in Vancouver zu kaufen vergessen hatte und danach auf große Shoppingtour zu Wal Mart, dem Liquor Store und dem Superstore. Am Ende des Tages war mein Rucksack und meine Tüten mit rund 35kg Einkäufen gefüllt, mit denen ich wohl rund 3,5 Wochen auskommen werde auch wenn ich mittlerweile auf keine frischen Lebensmittel mehr zurückgreifen kann.

Wetter: 

Während es die ersten paar Tage in Big White recht angenehm war (ok ist relativ, -10°C), kam danach für einige Tage ein wenig arktisch Kälte vorbei, die Ski fahren bei -25 Grad doch nicht unbedingt als gute Idee erschienen ließ. Seit ein paar Tagen ist es nun aber wieder richtig warm und das Thermometer kratzt an der Null-Grad-Marke. Abgesehen von der Temperatur, ist das Wetter extrem wechselhaft zwischen den Tagen. Sonne, Wolken, Schnee kehren in einem zufälligen Muster stets wieder.

Arbeitssuche:

Bereits nachdem ich mir den Season-Pass gekauft und meine Unterkunft gebucht hatte, hatte ich erste zaghafte Bewerbungsversuche unternommen. Tatsächlich erhielt ich hierzu zwei Rückmeldungen, wovon ich nach so vielen "untergegangen" Bewerbungen in Jasper, Banff und Lake Louise dann doch überrascht wurde. Während der Arbeitgeber, bei dem ich mich für einen Kassierer-Job gemeldet hatte, nie mehr von sich hören ließ, nachdem ich ihm das Ablauf-Datum meiner Arbeitserlaubnis mitgeteilt hatte, trat ich in regen E-Mail-Verkehr mit der Zuständigen, bei der ich mich im Housekeeping beworben hatte. Wir verabredeten, dass ich mich melde, sobald ich in Big White bin, um abzuklären, ob es für mich eine Einsatzmöglichkeit gibt, während der Hochsaison über Weihnachten und Silvester. Und so kam es dann, dass ich vorvergangenen Freitag mein Jobinterview hatte, welches aber wohl mehr einem "Ich schau mir dich mal in Echt an" gleichzusetzen war. Auf jeden Fall hatte ich den Job und in der vergangenen Woche meine ersten beiden Trainingstage. Ich werde von nun an im Housekeeping im Stonegate-Ressort arbeiten, welches wohl zu den eher gehobeneren Adressen hier am Berg zählt. Dementsprechend gelten hier auch andere Standards als bei meinen bisherigen Housekeeping-Aufgaben im ACBB Niagara Falls und im Ocean Island in Victoria. Wie ich mich hier schlagen werde, werden die nächsten Tage und der nächste Blogpost zeigen. Wen es wirklich interessiert, wie es im Stonegate aussieht, der kann mal hier in die Bildergalerie schauen.

Mittwoch, 27. November 2013

Whitehorse - The Secret Spot

Erlebnisse:

Von Seattle aus ging es dann zur Generalprobe für meinen Heimflug. Busterminal - Skytrain -Flughafen. Wie üblich verlief alles reibungslos, auch bei meinem Flug nach Whitehorse mit Air North, die einen außergewöhnlich guten Service und Essen bot. In Whitehorse angekommen ging es dann etwas orientierungslos aus dem Flughafen, wo ich dann aber direkt angesprochen wurde, ob ich mit dem Shuttlebus mitgenommen werden möchte. Immerhin wusste ich, dass dieser nur 10 $ kostet (nach all den Erfahrungen auf der Weltreise ein Schnäppchen) und wurde von diesem dann vor dem Hostel abgesetzt. Empfangen wurde ich dort von der Mangerin Nancy, über die ich bereits viel in Bewertungen gelesen hatte.
 Sie war super freundlich und trotz ihrer Müdigkeit kamen wir dann noch eine gute Viertel Stunde ins Gespräch, so dass sich herauskristallisierte, dass sie das Hostel von den Ideen sehr ähnlich wie das ACBB führt (Sicherheit durch Menschenkenntnis, oberste Prämisse: tue alles für deine Gäste, damit sie sich wohl fühlen, frage nicht als erstes nach dem Geld). Es stellte sich recht schnell heraus, dass in Whitehorse nicht übermäßig viele Touristenattraktionen zu finden waren und bei -25 bis -30 Grad war ich auch nicht gerade scharf daraus ewig spazieren zu gehen. Und so nutzte ich die ersten Tage. um einfach mal wieder zwei Bücher zu lesen und die Winterlandschaft beim Blick aus dem Fenster zu genießen. Zum Wochenende hin wurde es dann milder (-10 Grad), so dass ich nun den Millenium Trail, welcher am Yukon River entlang führt, wandern konnte. Nun endlich klarte dann auch der Himmel nachts auf und Samstag konnte ich dann endlich die Polarlichter sehen, was leider auch das einzige Mal gewesen ist. Sonntags waren sie nur mit Hilfe der Kamera zu erkennen. Während etliche andere Gäste sich für 130 $ eine Tour buchten, von der sie meist enttäuscht zurückkehrten, hatte Nancy einen anderen Ort als Tipp für uns parat, den ich im Laufe des Aufenthalts ingesamt 6 Mal aufgesucht habe.
Am letzten Tag ging es dann noch zu einem kleinen Spaziergang entlang einer Klippe, die den Flughafen, welcher etwa 50 m erhöht liegt, von der Stadt trennt. Auch wenn ich die Polarlichter nur einmal richtig sehen konnte, so war es dennoch eine tolle Zeit in Whitehorse, zum einen wegen der wunderschönen Natur und zum anderen wegen des warmen Willkommens im Beez Kneez Bakpakers Hostel, welches im Grunde ein ganz normales Haus war. Und so war ich beim Abschied aus Whitehorse dann doch etwas traurig, allerdings hatte ich zum ersten Mal in Kanada einen Ort gefunden, über den ich sagen würde, dass ich gerne nochmal dorthin würde. Zurück in Vancouver checkte ich dann ins Samesun Hostel, direkt gegnüber des HI Centrals ein, wo ich bei meinem ersten Vancouver Aufenthalt untergebracht war, ein und holte dann meine im Vormonat gekauften Ski und Equipment ab. Am frühen Morgen des folgenden Tages sollte es dann nach Big White, der nun wirklich letzten Station meiner Reise gehen.

Montag, 18. November 2013

Viel Schlaf in Seattle

Erlebnisse:

In Seattle angekommen musste ich dann zunächst eine halbe Stunde zum Hostel laufen, was auf dem Hinweg doch deutlich einfach gewesen war als nach meiner Shopping-Tour. Selbstverständlich kam die erste Zimmergenossin, der ich begegnet bin, aus Deutschland und war angehende Kanada-Work-and-Travellerin. Wir beschlossen daraufhin, die Stadt am nächsten Tag gemeinsam zu erkunden und besuchten dann den berühmten Pike Place Market. Danach ging es ans Shopping, wofür ich ja hauptsächlich in Seattle war. In den folgenden Tagen legte ich mir dann eine neue Skihose (95$!!!!, leider normal hier) zu, neue Schuhe, die bis -32 Grad schützen sollen, sowie neue Jeans, Pullover und vieles mehr. Durch Trip-Advisor wurde ich dann noch auf den Kerry Park aufmerksam, welcher ein idealer Ort war, um ein paar Fotos von Seattles Harbourfront und Downtown zu machen. Ansonsten habe ich recht viel geschlafen, was wohl unter anderem der Nicht-Verfügbarkeit von Internet, der bequemen Matratze und meiner allgemeinen Müdigkeit geschuldet war. Die wenigen Fotos, die ich gemacht habe kann ich jedoch derzeit aufgrund von limitiertem Internet nicht hochladen. Kommen dann wohl mit den Whitehorse-Fotos.

Donnerstag, 14. November 2013

Pläne sind doch zum in die Tonne kloppen

Erlebnisse:

Zwei Tage vor meinem offiziellen Arbeitsbeginn in Victoria ging es dann mit der Fähre auf Vancouver Island, vorbei an vielen kleinen Inseln, die die Fährfahrt mehr zu einer Sightseeing-Tour machen. Bevor ich es jedoch zur Fähre ging, ging ich nochmal zur Grenze zur USA, um herauszufinden, was passieren wird, wenn ich zum Shoppen nach Seattle einreise, denn ich hatte mein I94 beim Verlassen der USA Ende September abgegeben. Interessanterweise habe ich keine Antwort bekommen mit der ich etwas anfangen konnte. Jetzt da ich diesen Text schreibe, habe ich die Grenze in Richtung Seattle überquert, meinen Antrag auf ein weiteres I94 hat der Grenzbeamte zerrissen mit dem Verweis auf meinen Visa Waiver Stempel. Es kommt mir irgendwie vor, als hätte das Stück Papier im Reisepass einfach keinerlei Bedeutung, außer den Nutzen von jedem Einreisenden 6$ zu verlangen. In Victoria angekommen, ging es dann wie immer die Stadt erkunden. Am nächsten Tag ging es dann direkt zum Mile 0-Stein des Trans-Canada Highways. Ich bin also angekommen im äußersten Südwesten Kanadas, nachdem seit der Ankunft meiner Eltern etwa 10.000 km auf dem Landweg zurückgelegt habe und dabei alle 8 Festlandsprovinzen sowie deren Hauptstädte passiert habe. Daher hätte dieser Post eigentlich den Titel „Das Ende einer langen Reise“ bekommen sollen. Nachdem ich jedoch meine freien Tage in Victoria zu dessen Erkundung genutzt hatte, Teil einer doch eher missglückten Halloween-Kneipentour mit 50 anderen aus dem Hostel gewesen bin und nach zwei Tagen mit jeweils 11-12 geputzten Bädern nach einer Verlängerung meines Work for Stay-Aufenthalts fragte, wurde mir gesagt, dass es nach den zwei Wochen derzeit keine Möglichkeit gibt. Also musste ich neue Pläne machen. In den folgenden Tagen wurde ich dann in die Kunst des Räume und Betten herrichtens eingeweiht. Das Team im Ocean Island Inn bestand größtenteils aus deutschen Wokr and Travellern und selbst der Housekeeping Chef kommt aus Deutschland. Mit einigen der Deutschen ging es dann auch zweimal zum Kino-Tuesday, wo wir uns die Filme „About Time“ und „Thor 2“ gemeinsam ansahen. An meinen freien Tagen ging es dann in den Goldstream Provincial Park, in dem gerade der Salmon Run stattfand. Unzählige, riesige Lachse kämpften sich einen kleinen Fluss hinauf, um dort abzulaichen. Ansonsten fügte ich noch den Mount Douglas zu meiner Liste der erklommenen Berge hinzu, der jedoch mit seinen rund 200m Höhe doch eher der leichteren Kategorie zuzuordnen war. Von hier aus hatte man einen tollen Blich über Victoria und Teile von Vancouver Island.

Wetter:

Das Wetter in Victoria war der 16 Tage, die ich dort war nahezu immer gleich. Bewölkt, 5-10 Grad und teilweise Regen. Leider verhinderte, dies dass ich Fotos von Sonnenuntergängen über dem Pazifik machen konnte.

Quo vadis?:

Nachdem ich nicht wie geplant bis Ende November in Victoria bleiben konnte, musste ich mir Alternativen überlegen. Unter der Gewissheit für mind. weitere 10 Tage Übernachtung zahlen zu müssen, musste ich mich entscheiden, ob ich noch einmal rund 200 Euro für einen Flug ausgeben wollte, um „noch etwas anderes“ zu sehen. Nach tagelangen Zaudern und dem überwinden einer nie zuvor festgestellten Entscheidungsschwäche, habe ich mich gegen die hawaiianische Insel Maui und für das Yukon Territorium entschieden. Genauer werde ich in dessen Hauptstadt Whitehorse fliegen, um dort hoffentlich Nordlichter zu beobachten.


Montag, 28. Oktober 2013

Fogcouver

Erlebnisse:

Nach meiner Über-Nacht-Fahrt mit dem Greyhound von Banff nach Vancouver ging es dann im Hostel erstmal ins Bett, nachdem ich sehr froh war mich mit Hilfe des GPS meines Tablets orientieren zu können, da die Sichtweite bei meiner Ankunft in Vancouver doch nicht viel mehr als 20 m betragen hat.
Dies sollte sich dann auch in den darauffolgenden Tagen nicht ändern, die ich dazu nutzte am Ufer der Buchten "False Creek" und "English Bay" entlang zu spazieren, die Künstlerinsel Granville Island und den Stanley Park zu erkunden. Dienstags kaufte ich mir dann ein paar gebrauchte Ski und Schuhe und abends ging es dann am Kinotag in "Escape Plan", u.a. mit dem auf deutsch fluchenden Schwarzenegger. Mittwochs war endlich kein Nebel mehr in Downtown, so dass ich mich entschied mich Richtung Grouse Mountain aufzumachen, einem recht hohen Berg recht nah an Vancouver. Auf dem Weg musste ich dann feststellen, dass der Nebel zwar aus Downtown größtenteils abgezogen war, allerdings immer noch über dem Meer lag, was man auf den Fotos sehen kann. Am Fuße des Grouse Mountains angekommen und mit der Absicht den beliebten Hiking-Trail "Grouse Grind" zu wandern, nahm ich wie bei den meisten Hiking-Trails üblich die Hinweise "Essen und Trinken mitnehmen, gute körperliche Fitness etc." zur Kenntnis. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste war, dass der Hiking-Trail eigentlich nur eine einzige Treppe war, bestehend aus 2860!!! Stufen. Nachdem ich nach 10 Minuten meine erste Pause einlegte, wurde ich direkt als Neuling identifiziert. Kein Wunder, dachte ich mir nachdem ich nach weiteren 10 Minuten die 1/4 Markierung erreicht hatte. Nach gut 70 Minuten war ich dann komplett verschwitzt oben (während ich Pullover und Jeans trug, waren die meisten anderen in Sportklamotten unterwegs), genoss den Ausblick und stieg noch ein wenig weiter den Berg hinauf bis zum Gipfel.
Donnerstag wurde dementsprechend zum Relaxen und Fotos machen genutzt, bevor es dann freitags zum CFL-Footballspiel der BC Lions ging. Samstag war wieder Wandern angesagt und zwar entlang des Canyons des Capilano Rivers (die Brücke für 35$ ersparte ich meinem Reisebudget). Ich entschied mich dann den gesamten Weg zum Hostel zu laufen, so dass ich am Ende des Tages rund 20 km zurückgelegt hatte, wodurch der Sonntag mit Waschen und Nachtfotos von Vancouver ein recht kurzes Programm erhielt. Wenn man in Kanada ist, dann muss man auch einmal ein Eishockey-Spiel gesehen haben und da der Montag einer der wahrscheinlich letzten Möglichkeiten dazu war, holte ich mir ein vom Hostel verkauftes Ticket. Die Stimmung war deutlich besser als beim Football oder Basketball im März, aber dennoch nicht zu vergleichen mit den deutschen Fussballstadien. Am darauffolgenden Tag sollte es dann in die Hauptstadt British Columbias, Victoria auf Vancouver Island gehen.

Quo vadis?

Nun geht es nach Victoria, wo ich einige Wochen im Hostel für Essen und Unterkunft arbeiten werde, bevor ich dann noch einmal kurz zum Shoppen das Land mit Ziel Seattle verlasse. Dann geht es zum Ski-Resort nach Big White in der Nähe von Kelowna (hallo Tina!), wo ich für 2 Monate im Hostel, welches direkt an den Skipiste liegt, unterkommen werde. Mein Ausgaben-Forecast (hallo juwis!) besagt, dass ich so auch ohne Job und mit sparsamem Lebensstil bis zur Rückkehr nach Deutschland mit meinem Reisebudget auskommen kann. 

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Nachkerb in Banff

Erlebnisse:

Freitags ging es dann in das rund 60 km entfernte Banff, welches eine absolute Touristenhochburg ist, da der größte Teil des Ortes aus Hotels, Motels, Hostels, Souvenir- oder Schmuckläden oder Fast Food Restaurants besteht. Ich muss aber sagen, dass Banff auch ein absolut schönes Touristenziel ist, da es inmitten der Berge liegt und man wenn man aus der Tür geht geniale Aussichten hat. Während der erste Tag einmal wieder der Erkundung galt, traf ich am Samstag mal wieder ein bekanntes Gesicht. Lustigerweise hatten Martina, die ungefähr 150 km entfernt in einem Resort arbeitet, und ich ein paar Tage vorher gechattet, um hierbei festzustellen, dass wir am selben Tag im selben Hostel in Banff sein werden. Ich musste also wieder einmal feststellen, dass Kanada gar nicht so groß ist. Also gab es dann am Samstagabend Colaschoppen, während in unserem Heimatort die Nachkerb stattfand. Mit ihren vier Kollegen ging es dann später noch in eine Disko, die wie in Kanada üblich, um 2 Uhr den Alkoholausschank beendet und kurze Zeit später alle Besucher rauswirft. Die weiteren Tage in Banff verbrachte ich damit verschiedene Wege entlang zu wandern und den heißen Quellen einen Besuch abzustatten, welche jedoch mehr verhießen als sie tatsächlich waren. Denn die "Hot Springs" waren ein 40°C heißer Pool, wie in jedem normalen Schwimmbad auch nur größer und ohne Blubbel. Banff gefiel mir ganz gut und ich kann nachvollziehen, dass viele Work & Traveller hier einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Ich habe jedoch für mich aufgrund des mangelnden oder negativen Feedbacks auf meine Bewerbungen (keiner mag mich da ich nicht bis Ende April / Anfang Mai arbeiten könnte) entschieden, weiterzureisen. Somit ist das nächste Ziel nun die Großstadt Vancouver an der Pazifikküste.


Freitag, 11. Oktober 2013

Das Fotomotiv Kanadas schlechthin - Lake Louise

Erlebnisse:

Am Montag ging es dann mit dem Brewster-Bus den Icefields-Parkway in Richtung Süden mit dem Ziel Lake Louise. Im Bus kam ich mir wie ein VIP vor, da die gesamte Reisegruppe nur 5 Personen umfasste. Auf dem Weg nach Lake Louise hielten wir dan an Wasserfällen, Seen und am Icefields Adventure. Hier stiegen wir dann in einen anderen Bus mit dem wir auf einen Gletscher gefahren wurden. Allerdings war dies bei den Wetterbedingungen mit Schnee und Wind kein sonderlich großes Vergnügen, da man es auf dem Gletscher nur recht kurz aushalten konnte.
Am nächsten Tag ging es dann mit zwei deutschen Jungs zum Morraine Lake, von wo aus wir zu den Consolidation Lakes wanderten. Da der Weg mit einer Bärenwarnung versehen war, nahmen wir dann auch mal das Bärenspray mit. Ein Bär lief uns dennoch nicht über den Weg, was die beiden doch sehr enttäuschte.
Mittwochs war dann der Tag auf den ich gewartet hatte. Es war nämlich gutes Wetter und Sonnenschein. Somit ging es dann zunächst vom Hostel zum Lake Louise, was an sich schon einmal 4 km (inkl. 200 Höhenmetern) war.
Dort angekommen entschied ich mich auf den angrenzenden Berg zu laufen, um von dort die Aussicht auf den See genießen zu können. Am Ende des Tages hatte ich dann ungefähr 20 km hinter mir und insgesamt 700 Höhenmeter erklommen, so dass ich den darauffolgenden Tag erstmal zur Entspannung/zum Bewerben genutzt habe.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Home is where the backpack is

Unterkunft:

Bereits vor meiner Ankunft in Jasper hatte ich vom Hostel-Besitzer einige Anweisungen erhalten und so war ich gerüstet für meinen ersten Self-Check-In in ein Hostel. Bei 8 Betten ist es auch ehrlich gesagt recht uneffektiv eine Rezeption zu öffnen. Im Hostel trafen dann im Laufe des Abends die restlichen Gäste ein, mit denen man aufgrund der kleinen Größe recht schnell ins Gespräch kam. Eigentlich ist es an sich gar kein Hostel, zumindest fühlt es sich nicht so an, sondern eher eine internationale WG. Dementsprechend passt das Motto des Hostels auch sehr gut. Mike und Ashley, die beide selbst sehr viel gereist sind, sind sehr stolz auf ihr kleines Hostel, welches sehr gut ausgestattet und extrem sauber und auf jeden Fall außergewöhnlich ist.

Erlebnisse:

Den ersten Tag sowie den gestrigen Tag in Jasper nutzte ich, um mich in Jasper, Banff, Lake Louise und anderen Touristengebieten zu bewerben, was insgesamt recht mühsam und langweilig war. Immerhin habe ich nun die Hoffnung, dass ich während meiner Aufenthalte in Lake Louise und Banff Job Interviews bekommen könnte. Donnerstag und den heutigen Sonntag verbrachte ich damit, die nahegelegenen Wanderwege und Seen zu erkunden. Am Freitag ging es dann mit dem Auto eines deutschen Pärchens zusammen mit meinem irischen Mitbewohner zum Maligne Canyon sowie dem Medicine und Maligne Lake, wo wir gemeinsam ein paar kurze Wege wanderten. Unser Weg dorthin wurde jedoch zwischenzeitlich von ein paar Bergziegen blockiert, die Éamonn mit Freude und Spaß von der Straße vertrieb. Ansonsten ist Jasper eine recht ruhige und schöne Stadt, die jedoch absolut vom Tourismus lebt und dementsprechend auch ein hohes Preisniveau hat.

Wetter:

Das Wetter ist hier zum größten Teil beständig, nämlich bewölkt und um die 5°C, was es allerdings sehr problematisch für mich macht schöne Fotos zu machen. Sobald die Sonne jedoch einmal die Wolken durchbricht, wird es deutlich wärmer und einfacher schöne Fotos zu machen.

Quo vadis?

Morgen geht es mit einer typischen Touristenbustour in das ungefähr 200 km südlicher gelegene Lake Louise, wo ich bis Freitag bleiben werde, bevor es nach Banff geht, welches auf Basis von Facebook-Gruppeneinträgen, wohl als die Hochburg der deutschen Work & Traveler anzusehen ist.

Dienstag, 1. Oktober 2013

The Canadien

Erlebnisse:

Nach der Verabschiedung von meinen Eltern am Torontoer Flughafen ging es dann weiter für mich zum Bahnhof mit dem Ziel Westkanada. Wenn man den deutschen Zugverkehr gewohnt ist, ist doch vieles in Kanada ganz anders. So checkt man zum Beispiel sein Gepäck wie am Flughafen ein und nimmt nur sein Handgepäck mit. Auch ist es keineswegs so, dass Hunderte Menschen Zug fahren. Mit mir reisten in den beiden Waggons der Economy Class schätzungsweise 80 Leute, während in den Schlafwägen noch einmal vielleicht 150 Personen befördert wurden. Somit war dann auch schnell klar, warum Zug fahren so viel kostet wie fliegen. Los ging es dann abends pünktlich um 22 Uhr. Von dort an waren schlafen, essen und aus dem Fenster schauen meine Hauptbeschäftigungen. So sah ich im Laufe des ersten Tages im Grunde die Landschaft, welche dem Algonquin Park ähnelte, während es dann am zweiten Tag hauptsächlich Ackerfläche und Prärie waren nur unterbrochen von einem dreistündigen Aufenthalt in Winnipeg. Nachdem auch die dritte Nacht im doch recht unbequemen Zug vorbei war, kamen wir dann in die Rocky Mountains, wo ich mir einen Sitzplatz im Panorama Wagen ergattern konnte und so die atemberaubende Landschaft bestaunen konnte. Nach 68 Stunden erreichte der Canadien dann gegen 16 Uhr Ortszeit Jasper, wo ich für 6 Nächte in einem 8-Bett Hostel eingebucht bin.

Samstag, 28. September 2013

Portages, Bieberdämme, Sümpfe – Hindernisse einer gemütlichen Paddelfahrt

Erlebnisse:

Angekommen im Algonquin Park mussten wir zunächst die 40 km lange Fahrt über unbefestigte Straße zu unserem Zugangspunkt Brent nehmen, wobei wir doch tatsächlich für einen kurzen Moment einen Schwarzbären auf der Straße gesehen haben (Bär gesehen – check). Während meine Eltern sich auf dem dortigen Campingplatz einquartierten, gingen Timo und ich auf unsere Kanutour durch das Backcountry. Perfekt ausgestattet vom örtlichen Laden „Algonquin Outfitters“ und mit einigen nützlichen Tipps ausgestattet ging es dann sonntags gegen 11:30 Uhr auf unsere Tour die für 3 Nächte und 4 Tage angesetzt war. Am ersten Tag ging es über den Cedar Lake den Fluss hinunter in den Radiant Lake, wo wir unser Camp an der Westseite aufschlugen. Nach drei Portages, bei denen wir unsere Ausstattung jeweils etwa 800 m tragen mussten, erreichten wir unseren Backcountry-Campingplatz gegen 16:00 Uhr und richteten uns dort ein. 
Mit Kartoffeln und Fleischspießen sowie Nudeln mit Pesto gab es ein üppiges Abendessen. Aufgrund des vielen Regens des Vortages mussten wir allerdings auf ein Lagerfeuer verzichten und konnten somit frühzeitig in unser doch eher weniger bequemes Zelt kriechen. Am nächsten Tag stand gleich zum Frühstück die längste Portage unserer Route mit 3,5 km auf dem Plan. Um diese zu erreichen mussten wir aber zunächst das Boot über Bieberdämme hieven, um hierbei jedes Mal nicht sicher zu sein, ob wir das richtige Tun. Letztendlich konnten wir die Portage dann finden.

Als „Belohnung“ nach absolvierter Mega-Portage durften wir dann im Slalom durch das Flussmäander fahren und kamen somit auch hier nur langsam voran. Nach 8 Stunden Paddeln, Tragen, über Bieberdämme hieven, fluchen uvm. erreichten wir dann unseren zweiten Zeltplatz auf einer Insel im Hogan Lake, von wo aus wir einen genialen Sonnenuntergang sehen konnten und die garantiert bärensicher war.
  Am nächsten Morgen dann Nebel überall, so dass wir schon Sorge hatten nicht zu unserer dritten Etappe zum Catfish Lake aufbrechen zu können. Gegen 9 hatte dieser Nebel sich dann aber gelegt, so dass wir los konnten. Als besondere Hindernisse hatte die Route für  uns heute einen Sumpf parat, in den man das Paddel teilweise nur gerade so eintauchen konnte und welcher nahezu vollkommen mit Seerosen bedeckt war. Bereits um 14 Uhr am Tagesziel angekommen, entschieden wir uns noch weitere Meter zu machen, um am darauffolgenden Tag mehr Zeit zu haben, die Strecke nach Niagara Falls zu fahren. Letztendlich haben wir uns dann in Anbetracht eines gemütlichen Betts im Wohnmobil, dann dazu entschieden, die Strecke noch komplett an dem Tag zu absolvieren, so dass wir zur Überraschung und Freude unserer Eltern um 18 Uhr zwar total erschöpft und mit Rückenschmerzen, aber glücklich zurück am Einstiegspunkt waren. Achso auf der letzten Etappe haben wir auch noch einen Bieber gesehen. (Bieber gesehen – check).
Am nächsten Tag ging es dann nach Niagara Falls zum Fälle und Whirlpool ansehen, Jet Boat fahren, shoppen und Feuerwerk ansehen.

Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen von meinen Eltern, die sich von Toronto auf den Rückflug machten, während es für mich mit einer 66 stündigen Bahnfahrt in den Westen nach Jasper in Alberta gehen wird.

Samstag, 21. September 2013

Natur! Pur!

Erlebnisse:

Während ich in meinem bisherigen Reiseverlauf hauptsächlich die großen Städte des kanadischen Ostens gesehen hatte, ging es dann von Halifax aus mit meiner Familie mit dem Wohnmobil wieder den ganzen Weg in Richtung Süden durch etliche Nationalparks zurück. Noch bevor wir das Wohnmobil in Empfang nahmen, ging es für uns in das ca. 130 km von Halifax, entfernte Lunenburg; ein kleines Fischerdörfchen, welches von etlichen Reiseführern empfohlen wird. Dementsprechend hat es auch hauptsächlich Souvenirläden und eine Hafenfront mit vielen hübschen Häuschen zu bieten. 


Danach startete unsere Caravan-Tour mit der ersten Station, dem Cabot Trail, einer etwa 250 km langen Straße durch den nördlichen Teil der Cape Breton Insel mitten durch den Cape Breton Highlands National Parc. Im Nationalpark selbst kamen wir dann nur sehr langsam voran, da unsere Fahrt immer wieder von Aussichtspunkten, die einen atemberaubenden Ausblick boten unterbrochen wurde. Aber nicht nur tagsüber konnten wir staunen, sondern auch nachts brachte uns der Sternenhimmel zum Schwärmen. Auf dem Rückweg vom Cabot Trail setzten wir Verena am Flughafen ab und nahmen dann Kurs auf Prince Edward Island, welches wir am nächsten Tag erreichten. Dort wurden kurze Strandspaziergänge unternommen, sowie ein kurzes Bad im eiskalten Meer genommen, bevor wir uns dann einen Lobster sowie ein All you can eat Salat und Muscheln-Buffet leisteten. 
Am nächsten Tag erreichten wir dann den Fundy-Nationalpark in New Brunswick, wo wir insgesamt zwei Nächte verbrachten, um die Auswirkungen des riesigen Tidenhubs beobachten zu können und eine schöne Hiking-Tour mit Flussdurchquerung zu unternehmen. 

 Anschließend verließen wir die Maritimes und besuchten dann Quebec City, wo ich dann als bereits Ortskundiger eine kleine Führung veranstalten konnte. Von der dortigen Touristinfo und dem Wunsch Elche, Bären und Bieber zu sehen angetrieben, ging es dann in den National Park Jacques Cartier, welcher nicht weit entfernt von Quebec City im Norden liegt. Wir beschlossen ganz ans Ende des Parks zu fahren und dort zu wandern, da wir dort die Aussichten Tiere zu sehen für am größten hielten.
Wie es immer so ist, wenn man gerade die Hoffnung aufgibt und schon auf dem Rückweg zum Wohnmobil ist, passiert etwas. Und so stand dann auf einmal ein Elch mitten in unserem Weg.  (Elch gesehen – check) Dieser sollte jedoch nicht der einzige sein, den wir in der Dämmerung sehen, denn auf dem Weg aus dem Park sahen wir weitere sechs Elche. Nach einem Tag Verschnaufpause ging es dann in den Nationalpark Mauricie, wo wir erneut eine Wanderung unternahmen. Außer den üblichen Streifen- und Eichhörnchen konnten wir keine weiteren Elche, Bären oder Bieber sehen. Daraufhin ging es in die Landeshauptstadt Ottawa, wo ich somit dann zum dritten Mal war und somit wieder den Touristenführer geben konnte. Als letzte große Station der Reise stand dann der Algonquin Park auf der Liste.

Freitag, 6. September 2013

Schock in Halifax

Erlebnisse:

Am Dienstag ging es dann von Borden-Carleton mit Maritime-Bus nach Halifax. Während ich mir bei der Fahrt schon überlegt hatte, ob diese Busgesellschaft noch schlechter als Greyhound ist, sollte dieser Eindruck dann in Halifax bestätigt werden, denn dort kamen wir letztendlich ohne unser Gepäck an. Was war passiert? Der Busfahrer hatte unser Gepäck in das falsche Fach eingeladen und dementsprechend am falschen Ort ausgeladen und da Verena und ich nicht am Fenster saßen, bemerkten wir es erst als wir in Halifax angekommen war. Zum Glück ist es in Kanada so sicher, dass es nichts ausmacht, wenn zwei Gepäckstücke für zwei Stunden unbeobachtet auf dem Bürgersteig am Bahnhof stehen. So konnten wir unsere Rucksäcke dann am nächsten Tag unversehrt an der Busstation abholen. Ansonsten haben wir uns in den letzten Tagen Halifax und Dartmouth, welches auf der anderen Uferseite liegt angesehen, welche aber beide nicht sonderlich viel zu bieten haben. Daher gibt es zu unserem Halifax-Aufenthalt weder viel Text noch viele Fotos.

Wetter: 

Nach Wochen schönstem Sonnenschein auf Prince Edward Island bei starkem Regen abgereist. Das schlechte Wetter hat dann auch in Halifax bis Donnerstag angehalten, während auch die Temperaturen derzeit in herbstliche Maße abgleiten, so dass wir abends derzeit nur noch 10-15 Grad haben.

Quo vadis?

Bald werde ich meine Familie hier in Halifax treffen und dann werden wir gemeinsam zu unserer Ostküstentour aufbrechen. Diese wird uns zunächst nach Cape Breton Island führen, weiter dann über Prince Edward Island, Québec City, den Algonquin Parc zu den Niagarafällen, bevor es für meine Familie dann von Toronto aus nach Deutschland geht und für mich in Richtung Rocky Mountains.

Dienstag, 3. September 2013

Halbzeit

Zwischenfazit:

Wow, es ist Halbzeit meines Kanada-Aufenthaltes. Dabei kommt es mir doch wie gestern vor als ich meine Abschiedsparty gegeben habe. Aber bei genauerem Nachdenken habe ich doch schon so viel erlebt und so viele Leute kennengelernt.

Ich habe bei drei komplett unterschiedlichen kanadischen Familien/Paaren für insgesamt 7 Wochen gelebt, mit 9 weiteren habe ich jeweils mehr als drei Wochen meiner Reise verbracht. Ich habe 8 Städte gesehen, habe 24 Postkarten verschickt, "nur" 3500 Fotos gemacht, hatte insgesamt 12 Hostel-Aufenthalte, bin über 3200 km Bus gefahren, bin zweimal geflogen, habe mich an fünf absolut unterschiedlichen Arbeitsstätten beweisen können.

Ich habe Unmengen an Cola Zero und Ginger Ale getrunken, etwa fünf Flaschen Ketchup verbraucht, obwohl ich ca. 50 Mal bei Burger King ein Gratis-Menü gegessen habe. 

Eigentlich alle meine Klamotten wurden in Waschmachine oder Trockner ruiniert, inkl. 1 von 1 gekauften T-Shirt =(.

Ich habe über 5000 € ausgegeben, im Gegenzug aber nur etwa 3000 € verdient, habe dafür aber an den Stränden von Lake Erie und Prince Edward Island gelegen, ein NBA-Spiel gesehen, mit Benni Bier in Toronto getrunken, mich zweimal von den Niagara Fällen duschen lassen, eine rasante Fahrt auf dem Whirlpool Jet-Boat gehabt, eine Show vom Cirque du Soleil gesehen, bin mit Verena im romantischen Québec City Essen gewesen, habe zwei Führungen durch das Parlament von Kanada gemacht,war in drei National- und zwei Pronvincial-Parks habe Reisende aus aller Welt kennen gelernt, wurde von einem Kanadier einfach so zum Einkaufen gefahren und habe letztendlich auch mein Englisch-Wortschatz erweitert.

Und, was lief bei euch so?


Sonntag, 1. September 2013

PEI's beaches

Erlebnisse:

Das Wochenende auf der Farm stand uns immer zur freien Verfügung und da wir auch immer das Auto hatten, hatten wir genug Zeit, um die Insel zu erkunden. So ging es am ersten Samstag in einen Provincial-Park an der Nordküste, wo wir gemeinsam mit Tomoquo bei gutem Wetter einen schönen Tag am Strand verbrachten. Weiterhin erkundeten wir in unserer Zeit hier auf der Insel den "Prince-Edward-Island-Nationalparc" mit seinen roten und weißen Sandstränden, das Touristenörtchen Cavendish, welches Besucher mit einem Anne of Green Gables-Museum (eine Art Pipi Langstrumpf) anlockt. Ansonsten ging es noch in die beiden größten Städte der Insel Summerside und Charlottetown sowie in das kleine Örtchen Victoria, die ehrlich gesagt außer ein paar kleinen Souvenirlädchen nicht sonderlich viel zu bieten hatten. Weiterhin erkundeten wir auch das Gateway Village, was eine Art Souvenirladen- und Touristeninformationszentrum ist und direkt am Ende der 12,9 km langen Confederation Bridge die Besucher von PEI begrüßt. Selbstverständlich ließen wir es uns auch nicht nehmen auf den Markt nach Summerside zu fahren, wo Kathy, das von uns geerntete Gemüse, jeden Samstag verkauft. Durch Zufall sind wir danach am Kap Egmont gelandet, welches eher versteckt lag, aber dafür umso schöner war. Arbeitstechnisch hat sich in den vergangenen zwei Wochen nicht sonderlich viel geändert, wenn man davon absieht, dass wir nun auch Kartoffeln auf einem 30 Minuten mit dem Auto entfernten Feld ausbuddeln gehen und somit auch DAS Gemüse der Insel schlechthin geerntet haben.

Samstag, 17. August 2013

Von Spinat und pickenden Hühnern

Erlebnisse:

Am letzten Tag in Québec City ging es dann sehr früh los, da es in dieser Stadt insgesamt nur zwei Busse am Tag zum Flughafen fahren. Einer um 7 und einer um 7:30 Uhr von einer Station rund 30 Minuten von Downtown entfernt. Und als sparsamer Backpacker steht man dann lieber früher auf und zahlt 3$ statt 35$ für das Taxi. Am Flughafen war uns dann doch ein wenig mulmig als wir sowohl von Québec City nach Montreal als auch von dort nach Charlottetown mit einer Propellermaschine geflogen sind. Vom Flughafen ging es dann mit einem Taxi (da es nahezu keine öffentlichen Verkehrsmittel auf Prince Edward Island gibt) zum Hostel, welches für uns so den Inbegriff eines Hostels ausmachte. Es war sauber, hatte alle notwendigen Einrichtungen und freundliches Personal. Den verbliebenen Abend nutzen Verena und ich dann um die Provinzhauptstadt zu erkunden, welche jetzt nicht sonderlich viel zu bieten hat. Am nächsten Tag ging es dann mit dem Bus nach Summerside, wo wir von Kathy, unserem WWOOF(Worldwide Opportunities on Organic Farms)-Host abgeholt wurden. Mit ihr fuhren wir dann nach Bedeque, wo sie ihre Farm hat und trafen dort auf Alice, Ben, Tomoquo und ihren Mann Brian, wo wir freudig begrüßt wurden. Kathy gab uns den ersten Tag frei , was für zu einem kleinen Ausflug an den Strand nutzten, bevor es dann am nächsten Tag für uns an die Arbeit ging, während Alice und Ben von der Farm abreisten. Dazu zählen sämtliche Gemüsesorten wie Spinat, Grünkohl, Basilikum, Erbsen, Karotten uvm. von den Feldern ernten, wobei hier Spinat meist den größten Teil einnimmt. Außerdem gehört hier zu unseren Aufgaben das Sammeln und Waschen der Eier, wobei der Besuch bei den pickenden Hühnern für Verena jedes Mal eine Überwindung darstellt, während ich der Meinung bin, dass das ganze doch eher wie Ostern anzusehen ist. Auf der Farm gibt es ein Veggiebox-Programm, durch welches jeder Kunde einen bunt gemischten Gemüsekorb erhält, welche wir jeden Tag packen müssen. Daher müssen wir nicht nur das Gemüse von den Feldern ernten, sondern es auch abpacken und in die Veggieboxen sortieren und uns bei allem permanent gegen Moskitos verteidigen. Im Gegensatz zu meinem Farmaufenthalt bei Ana und Leon und unserem Workaway-Aufenthalt bei Rémi und Alain müssen wir hier selbst für uns kochen. Dabei haben wir aber eine riesige Auswahl, da wir unser Essen einfach frisch vom Feld ernten können oder an eine Tiefkühltruhe mit frischem Fleisch von den Rindern, Hühnern oder Schweinen der Farm gehen können und uns nach Belieben bedienen können. Zusätzlich können wir auch noch das Auto benutzen, sofern es zur Verfügung steht, um die Insel zu erkunden.

Montag, 12. August 2013

Québec City - wow!

Erlebnisse:

Nachdem ich im Januar mit meinem Bruder bereits bei einer Präsentation über Kanada war, in welcher auch extrem schöne Fotos von Québec City gezeigt wurden, bin ich nicht ganz ohne Erwartungen nach Québec City gefahren. Und diese wurden sicherlich nicht enttäuscht, denn Québec City ist mit seinen vielen kleinen verwinkelten, alten Gässchen, komplett anders als die anderen Städte Nordamerikas; insgesamt mit viel mehr Geschichte und europäischer. Und so haben Verena und ich uns in den vier Tagen in Québec City hauptsächlich damit beschäftigt durch die Stadt, die Altstadt oder am Hafen entlang zu schlendern und einfach die Atmosphäre zu geniessen. Nach unserer Ankunft am Donnerstag haben wir uns im Hafen an einem riesigen Silo-Kompley die Show "Le Moulin à Images - Hommage à Norman McLauren" angesehen, welche die Entwicklung des Animationsfilms gezeigt hat, allerdings so langweilig war, dass wir sie früher verlassen haben. Am Freitagabend sahen wir dann eine vom "Cirque du Soleil" entwickelte Show namens "Les Chemins invisibles", in welcher großartige artistische Leistungen vollbracht wurden. Insgesamt eine geniale Show und das ganze sogar GRATIS. Warum? Keine Ahnung. Sonntags ging es dann zu den Montmorency-Fällen, welche höher als die Niagarafälle, aber bei weitem nicht so touristisch sind wie jene. Sie sind zwar dennoch von Touristen stark frequentiert, aber immerhin läuft man durch ein wenig "Grün", um die Fälle zu sehen, wie man es sich bei den Niagarafällen auch - sehr blauäugig - vorstellt.

Wetter:

Leider war es in unseren Tagen hier in Québec City meist bewölkt, was einige schöne Fotoaufnahmen verhinderte. Immerhin war es mit 25 Grad immer angenehm war und nie zu heiß.

Verrücktes in Québec City:

- hier gibt es die dämlichsten Ampelschaltungen, die ich je gesehen habe. Und zwar gibt es drei Ampelperioden an einer Kreuzung (einmal für alle die geradeaus fahren und einmal für links nach rechts, soweit so logisch, aber es gibt noch eine dritte für Fußgänger) was dazu führt, dass man als Fußgänger immer ewig warten muss

- in der Pizzeria kam ein 2$-Aufschlag für die Kruste zur Pizza hinzu und nein wir haben nicht extra dick und knusprig bestellt, sondern die Kruste "regular". Wo in aller Welt muss man extra für den Pizzarand bezahlen???
 

Donnerstag, 8. August 2013

Montreal à l'été

Erlebnisse:

Auch wenn es für mich das zweite Mal Ottawa und Montreal war, so haben beide Städte doch ein komplett anderes Flair im Sommer. Beide Städte sind deutlich lebendiger, man sieht mehr Menschen beim Sport oder im Park beim Picknick. In Montreal wurde im Vergleich zum März eine der Hauptverkehrsstraßen einfach zur Fußgängerzone umfunktioniert, was wir dann direkt zum ausgiebigen Schlendern genutzt haben. Am Montag waren wir dann am alten Hafen, in der Altstadt und in Chinatown unterwegs, während wir am Dienstag den Olympiapark und den Mont Royal besucht haben. Von unserem ursprünglichen Plan in die botanischen Gärten zu gehen haben wir uns zwischenzeitlich verabschiedet als wir festgestellt haben, dass es mehr als 30 $ Eintritt kostet. Das war uns dann doch etwas zu viel für ein paar Blumen und Springbrunnen.
Am Mittwoch waren wir dann in Montreals Unterwelt unterwegs. So haben wir die unterirdischen Gänge erforscht, welche einen großen Teil Downtowns verbinden und den Einwohnern im Winter Schutz vor der Kälte bietet. Selbstverständlich haben wir uns auch im riesigen Eaton Shopping Centre verlaufen, in welchem es gefühlt unendliche Geschäfte zum Shoppen gibt. Was ein Glück sind wir mit einem Backpack unterwegs, so dass wir aufgrund unseres eingeschränkten Platzes gar nicht erst in Versuchung kamen irgendwelche Kleidung oder Schuhe zu kaufen.

Heute bzw. jetzt, da wir im Bus sitzen, geht es dann nach Quebec City.

Wetter:

Das Wetter in Ottawa und Montreal war sehr angenehm und sommerlich und bei weitem nicht so heiß wie es in den letzten Tagen in Deutschland war. So hatten wir angenehme 25-30 Grad bei schönstem Sonnenschein.

Quo vadis?

Zunächst werden wir jetzt bis Montag in Québec City im Hostel unterkommen bevor wir dann einen Flug nach Charlottetown auf Prince Edward Island, der kleinsten kanadischen Provinz haben. Dort werden wir dann eine weitere Nacht im Hostel verbringen. Anschließend ist unsere Mithilfe auf einer Farm in der Nähe zweitgrößten Stadt Summerside willkommen, wo wir derzeit beabsichtigen ungefähr 3 Wochen zu bleiben, bevor es dann in Richtung Halifax geht, wo meine Eltern ankommen und Verena am 11. September in Richtung Heimat aufbricht.